Datum/Zeit
21. Mai 2026
19:00 - 21:00
Adresse
Otto Mauer Zentrum
Währinger Str. 2-4
Wien 1090
Österreich
ALUMNI-Tag bei der Wiener PRO SCIENTIA-Gruppe
ALUMNI-Abend in Wien
mit einem Vortrag von
BIANCA KÖCK
Wer transformiert hier wen? Lebenszyklus-Analyse, Sprachmodelle und ein Co-Creation Space, der zurückfragt
Die sozial-ökologische Transformation ist die wissenschaftliche und gesellschaftliche Großaufgabe der Gegenwart. Damit sie gelingt, müssen drei Dinge zusammenkommen: Wege und Alternativen müssen vergleichbar werden, die Datengrundlage muss wachsen, und Wissenschaft und Gesellschaft müssen sich gegenseitig erreichen. Der Vortrag entfaltet diesen Bogen entlang dreier Stationen.
Erster Akt – Transformation braucht Vergleichbarkeit. Transformation kann nur gelingen, wenn der Ist-Stand bekannt ist und sich Produkte, Prozesse und Dienstleistungen begründet miteinander vergleichen lassen. Lebenszyklus-Analyse (LCA) liefert genau diese Grundlage: sie quantifiziert Stoff- und Energieflüsse über den gesamten Lebenszyklus und macht die Wahl zwischen Alternativen entscheidbar. Am Beispiel des Projekts LCA@TUW wird gezeigt, wie eine solche Analyse aufgebaut ist, warum sie aufwendig ist – und warum belastbare Daten auf Produktebene bislang knapp sind.
Zweiter Akt – Daten und Granularität skalieren. Large Language Models basieren auf der Transformer-Architektur (Vaswani et al. 2017) und setzen genau dort an: sie erlauben es, die Menge verfügbarer LCA-Daten und vor allem die Genauigkeit auf Produktebene deutlich zu erhöhen – Voraussetzung für bessere Entscheidungen in Industrie, Politik und Beschaffung. Der Vortrag zeigt erste konkrete Ansätze und benennt ehrlich die Grenzen: Halluzination, Datenqualität, Validierungsbedarf.
Dritter Akt – Wissenschaft und Gesellschaft im Austausch. Der Co-Creation Space Transformer an der TU Wien bringt Forschende und Studierende mit Kindern, Jugendlichen und der breiteren Gesellschaft in direkten Austausch. Wissenschaftskommunikation wird hier nicht als Einbahnstraße gedacht: aus den Begegnungen entstehen neue Forschungsfragen und ein verändertes Verständnis dessen, was wissenschaftliches Arbeiten heißen kann – Forschung, die sich von gesellschaftlicher Relevanz herausfordern lässt und dadurch selbst lernt.
Drei Stationen, eine These: Transformation braucht Vergleichbarkeit, präzise Daten – und einen Austausch, der Wissenschaft und Gesellschaft gegenseitig verändert.
Bianca Köck
ist Ökobilanz- und Umweltmanagementexpertin mit pädagogischer Vorbildung. Studium an der Universität für Bodenkultur, mit Auslandsstationen an der University of Nottingham und der Florida A&M University. Praxis in Life Cycle Assessment und Nachhaltigkeitsberichterstattung bei Umblick, Verbund, der Ressourcen Management Agentur und REWE. Seit sechs Jahren beschäftigt sie sich an der TU Wien mit LCA sowie Wissenschaftsvermittlung, u.a. als Projektleitung im Co-Creation Space Transformer, LCA@TUW sowie einen im Juni startenden Talente Regional Projekt PLANET.
Köck war 2013-2015 PRO SCIENTIA Stipendiatin in Wien.