Katharina Ramoser – Aus Kindern werden Kaiser

Datum/Zeit
5. Mai 2026
19:00 - 21:00

Adresse
Otto Mauer Zentrum
Währinger Str. 2-4
Wien 1090
Österreich

Treffen der Wiener PRO SCIENTIA-Gruppe

mit einem Vortrag von

Katharina Ramoser

 

Aus Kindern werden Kaiser

Kaiser Franz II./I. schaffte etwas, was keinem anderen Kaiser gelang: drei seiner 13 Kinder wurden Kaiserinnen, beziehungsweise Kaiser. Es handelt sich hierbei um Kaiserin Maria Ludowika von Frankreich, der späteren Herzogin von Parma, Kaiser Ferdinand I. von Österreich und Kaiserin Leopoldina von Brasilien, Königin von Portugal. Diese drei Personen regierten im Lauf ihres Lebens zumindest eine Zeit lang selbständig und bewiesen dabei neben einer außerordentlichen Fürsorge gegenüber ihrer Untertanen auch eine politisch liberale Gesinnung, die sie in ihrer Zeit weder beliebt noch respektiert machte.

Doch wie entwickelten sich diese Eigenschaften? Die Antwort darauf liegt in der Erziehung der Kinder. Doch man kann diese nicht getrennt von den historischen Ereignissen betrachten. Das frühe Leben der Kaiserkinder wurde vor allem durch den Tod vieler Familienangehöriger geprägt. Neben den Großeltern, Tanten, Onkeln und Geschwistern starben auch drei der (Stief-)Mütter. Hinzu kamen die Napoleonischen Kriegen, welche für die Kinder nicht unbemerkt blieben. Zahlreiche Verwandte suchten beim Kaiser um Asyl an und dreimal musste der Wiener Hof selbst vor den französischen Truppen fliehen. Es war eine turbulente Zeit, in der die späteren Kaiserinnen und der spätere Kaiser aufwuchsen. Inwieweit schaffte man es in dieser Zeit überhaupt ein Erziehungskonzept zu entwickeln? Und wie gelang die Umsetzung desselben?