MARIA SIBILIA – Maligne Transformation

Datum/Zeit
1. September 2026
11:00 - 12:30

Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich

Maligne Transformation und die Bedeutung der Krebsforschung

Maria Sibilia

Trotz großer Fortschritte in Diagnostik und Therapie stellt Krebs noch immer eine der größten medizinischen Herausforderungen dar. Zielgerichtete Therapien und Immuntherapien haben die Prognose vieler Tumorerkrankungen deutlich verbessert. Doch nicht alle Patient:innen sprechen auf diese Therapien an, andere entwickeln Resistenzen. Daher ist ein besseres Verständnis der molekularen Mechanismen der Tumorentstehung, deren maligner Transformation und Progression unerlässlich.

Zu diesem Zweck erforschen wir die molekularen Signalwege, die zur Entstehung und Entwicklung von Tumoren führen. Mit verschiedenen Modellsystemen, darunter 3D Kulturen von Tumoren (Organoide), untersuchen wir grundlegende biologische Prozesse, die auch für Krebserkrankungen des Menschen relevant sind.

Besonders interessieren uns tumorzellintrinsische Mechanismen der malignen Transformation. Wir analysieren, wie die Signalübertragung über den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor (EGFR) die Entwicklung normaler Zellen reguliert und wie eine Fehlregulation zur Tumorentstehung, zum Tumorwachstum und zur Metastasierung beitragen kann. Da der EGFR in vielen Tumorarten überaktiviert ist und Therapeutika gegen den EGFR bereits klinisch angewandt werden, möchten wir besser verstehen, warum manche Tumoren auf EGFR-gerichtete Therapien ansprechen, andere nicht.

Weiters untersuchen wir tumorzellextrinsische Mechanismen, die die Krebsentwicklung beeinflussen. Im Fokus steht das Tumormikromilieu, insbesondere entzündlicher und anderer Immunzellen, die das Tumorwachstum fördern oder hemmen können. Die Wechselwirkungen zwischen Tumorzellen und ihrem Umfeld sind entscheidend für Tumorprogression, Metastasierung und das Ansprechen auf Immuntherapien.

Unsere Forschungen hierzu werden im Vortrag vorgestellt, ebenso Konzepte der malignen Transformation, neue therapeutische Ansätze und aktuelle Ergebnisse unserer Arbeiten zur Rolle des EGFR bei der Entstehung epithelialer Tumoren.

 

 

Maria Sibilia ist Professorin für Zelluläre und Molekulare Tumorbiologie sowie Direktorin des Zentrums für Krebsforschung an der MedUni Wien. Ihre Forschung zielt darauf ab, die Rolle der onkogenen Signalübertragung bei der Tumorentstehung und malignen Transformation aufzuklären ‒ mit dem übergeordneten Ziel, diese Erkenntnisse in wirksamere, personalisierte Krebstherapien für Patient:innen zu überführen. Maria Sibilia ist Mitglied zahlreicher Fachgremien und beratender Ausschüsse im Bereich der biomedizinischen Forschung. Sie ist Mitglied der, darunter European Molecular Biology Organization (EMBO) und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen wurde sie vielfach geehrt, etwa mit einem Advanced Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC), dem Alois-Sonnleitner-Preis für Krebsforschung der ÖAW, dem Preis der Stadt Wien für Medizinische Wissenschaften sowie dem und erhielt den Titel Commendatore des Verdienstordens der Italienischen Republik.