AK: HANNAH WANIEK – Transformation von Lebensmitteln

Datum/Zeit
1. September 2026
14:30 - 18:00

Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich

ARBEITSKREIS
Transformation von Lebensmitteln – Fermentation und die Begegnung mit Mikroorganismen

Hannah Waniek

Das Fermentieren ist eine der ältesten Kulturtechniken zum Haltbarmachen von Lebensmitteln. Aber Fermentieren ist noch viel mehr: Es transformiert die Lebensmittel mithilfe von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen. Es ist eine praktische Begegnung mit Mikroorganismen, deren Einfluss auf unser menschliches Leben oft nicht wahrgenommen wird, obwohl wissenschaftliche Studien belegen, wie grundlegend unsere physische und psychische Gesundheit, ja sogar gesellschaftliche Strukturen von ihnen abhängen. Daher vertritt der Vortrag die Grundannahme, dass der menschliche Körper eine Multispezies-Gemeinschaft ist. Das steht im Kontrast zum Bild des autonomen und geschlossenen Individuums, wie es im westlich-europäischen Denken lange Tradition hat. Fundamental dafür sind die Arbeiten von Donna Haraway, besonders „The Reinvention of Nature aus dem Jahr 1991“ und die Theorie der Queer Microbiopolitics. Fermentation als Begegnung mit mehr als menschlichen Lebewesen versteht diesen ganzen Prozess als gelebten Teil von Queer Theory, die darauf abzielt, normative Grenzen zu hinterfragen und Alternativen zu imaginieren und zu leben. Der Arbeitskreis überschreitet die Grenzen des Theoretischen, indem Fermentation nicht nur als kulturelle Praxis untersucht, sondern auch praktisch angewendet und ausprobiert wird.

 

 

Hannah Waniek ist Masterstudentin der Kunst- und Kulturwissenschaften an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Ihren Bachelor-Abschluss hat sie 2024 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig erworben. Ihre theoretischen Schwerpunkte liegen im Bereich der Environmental Humanities, Plant Studies, Decolonial Studies, Queer Theory und Disability Studies. Hannah Waniek ist Vorsitzende der Studienvertretung ihres Masterstudiengangs und arbeitet neben dem Studium als persönliche Assistenz für Menschen mit Behinderung und als Hilfskraft im Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien. Hannah ist seit 2026 PRO SCIENTIA Stipendiatin.