WS: LADISLAUS LANG-HOGREFE – Industrietransformation aus Lebenszyklusperspektive

Datum/Zeit
5. September 2026
14:00 - 17:30

Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich

WORKSHOP
Industrietransformation aus Lebenszyklusperspektive

Ladislaus Lang-Hogrefe

Lebenszyklusanalyse erfasst alle Rohstoffentnahmen und Schadstoffemissionen eines Produkts und seiner Lieferkette über die gesamte Spanne seiner Wirkung. So lassen sich Umweltauswirkungen ihren Verursachern zuordnen und können vermieden werden. Umweltauswirkungen sind derzeit auch ein wesentlicher Treiber zur Transformation von Industrien, wobei die Vermeidung fossiler Energieträger und damit verbundener Kohlendioxidemissionen im Zentrum steht. Der auf Vermeidung basierende Ansatz der Lebenszyklusanalyse würde die Industrie hauptsächlich hemmen, anstatt sie zu transformieren. Deshalb muss ein vorausblickender Standpunkt eingenommen werden, der in der Weiterentwicklung zur prospektiven Lebenszyklusanalyse Niederschlag findet.

Der Workshop soll mit den Grundbegriffen der Methode vertraut machen und die Einordnung von Ergebnissen ökologischer Studien erleichtern, indem deren oft widersprüchliche Aussagen miteinander verglichen und deren Hintergründe analysiert werden. Die Teilnehmenden legen anhand eines Beispiels aus der Industrie gemeinsam Rahmen und Ziel und insbesondere die Systemgrenze einer Lebenszyklusanalyse fest. Nach dem Verstehen der Prinzipien kursierender Alternativtechnologien werden mögliche Transformationspfade für den Industriesektor diskutiert und Überlegungen angestellt, welche Umweltauswirkungen diese prospektiv verursachen könnten. Dabei sollen typische Mängel wie Emissionsverlagerungen, Überschreiten physikalischer Grenzen oder Rebound-Effekte von vornherein vermieden werden und dem Publikum eine grundlegende Intuition vermittelt werden, welche Wege industrielle Fertigung einschlagen kann.

 

 

Ladislaus Lang-Hogrefe studierte Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau und Advanced Materials Science in Graz. Nach der Vertiefungen in Phasentransformationen von Metallen und einem handwerklichem Exkurs in den Orgelbau ist er seit 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Joanneum Research am Institut für Klima, Energiesysteme und Gesellschaft. In seiner Dissertation „Defining Industrial Transition Paths from a Life-Cycle Perspective“, entwickelte er am Beispiel der österreichischen Stahlindustrie eine Lebenszyklusanalyse, die statt einer beobachtenden eine vorausblickende Rolle einnimmt. Lang-Hogrefe war PRO SCIENTIA Stipendiat von 2018 bis 2022.