Datum/Zeit
5. September 2026
14:00 - 17:30
Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich
WORKSHOP
Vom Denken in Disziplinen zum Denken in Zusammenhängen – Der plektische Ansatz am Beispiel von ADES
Mario J. Müller
Die großen Herausforderungen unserer Zeit – Energie, Klima, Ressourcen, Digitalisierung oder gesellschaftlicher Wandel – sind hochkomplex. Sie lassen sich weder aus der Perspektive einer einzelnen Disziplin noch durch lineare Denkmodelle vollständig erfassen. Gleichzeitig entstehen Innovationen häufig genau dort, wo unterschiedliche Wissensräume aufeinandertreffen und neue Verbindungen entstehen.
Der Workshop lädt dazu ein, gemeinsam einen offenen Denkraum zu erkunden: Wie können wir Komplexität nicht nur beherrschen, sondern produktiv nutzen? Welche Rolle spielen Abstraktion, Perspektivenwechsel und die Verbindung scheinbar unabhängiger Wissensgebiete? Und wie entstehen aus einfachen Grundprinzipien Lösungen mit großer technischer und gesellschaftlicher Wirkung?
Als konkretes Beispiel dient die Entwicklung von ADES (Accelerator Driven Energy Source), einer neuartigen Energietechnologie, deren Entstehung von Beginn an naturwissenschaftliche, technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen miteinander verknüpft. ADES steht dabei weniger als fertige Lösung im Mittelpunkt, sondern als lebendiger Entwicklungsprozess, an dem sichtbar wird, wie komplexe Fragestellungen neue Formen des Denkens und Zusammenarbeitens erfordern.
Der Workshop versteht sich ausdrücklich nicht als Vorlesung über eine Methode, sondern als gemeinsames Experiment. Ausgangspunkt ist die Idee, dass sich durch inter- und transdisziplinären Austausch neue Sichtweisen eröffnen können, die innerhalb einzelner Fachgebiete verborgen bleiben. Gemeinsam wollen wir erkunden, ob ein plektischer Zugang helfen kann, Komplexität verständlicher zu machen, ohne sie auf Kosten ihrer Vielfalt zu reduzieren – und welche Bedeutung dies für die Wissenschaft, die Gesellschaft und die großen Zukunftsfragen haben könnte.
Mario J. Müller ist Physiker, Innovationsmanager und Technologieentwickler mit langjähriger Erfahrung an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und industrieller Anwendung. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am CERN arbeitete er auf den Gebieten der Monte-Carlo-Simulationen, des Strahlenschutzes und der Detektortechnik. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte umfassen Energietechnologien, Beschleunigerphysik, Kerntechnik, Materialwissenschaften und Hochtemperatur-Wärmespeicherung. Er war an zahlreichen nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt, ist Autor und Mitautor wissenschaftlicher Publikationen sowie Erfinder mehrerer Patente. Sein besonderes Interesse gilt der Entwicklung neuer Denk- und Innovationsansätze für komplexe Fragestellungen sowie der Förderung inter- und transdisziplinärer Zusammenarbeit als Grundlage nachhaltiger technologischer und gesellschaftlicher Entwicklungen.