AK: ANNA M. PAULIK – Wie die Textilindustrie Kleidung zu Wegwerfartikeln transformiert hat

Datum/Zeit
1. September 2026
14:30 - 18:00

Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich

ARBEITSKREIS
Wie die Textilindustrie Kleidung zu Wegwerfartikeln transformiert hat (und was wir dagegen tun können)

Anna M. Paulik

Kürzlich wurde in den Medien intensiv darüber diskutiert, ob und warum Lateinunterricht heute noch sinnvoll ist. Als Klassische Philologin bin ich dabei sicherlich nicht unvoreingenommen – dennoch möchte ich kurz zeigen, was mich an diesem Fach besonders fasziniert: Kaum ein anderes Fach bietet die Möglichkeit, Texte so genau zu durchdringen. Durch die zeitliche Distanz können Themen ohne unmittelbare politische Brisanz aufgegriffen und diskutiert werden. Und auch wenn die Inhalte scheinbar verstaubt wirken, beschäftigen uns heute meistens dieselben Fragen.

Der von mir geplante Arbeitskreis soll einen kleinen Einblick in diese Arbeitsweise geben. Im Zentrum stehen dabei zwei ausgewählte Verwandlungsmythen aus Ovids Metamorphosen, die literarisch faszinierend, zugleich aber in ihrer Deutung herausfordernd sein können: die vielleicht bekannte Geschichte über Apoll und Daphne sowie die Erzählung von Pygmalion. Wir analysieren nicht nur die antiken Texte selbst, sondern auch Vergleichsmaterial, darunter beispielsweise die Kurzgeschichte Galatea der New-York-Times-Bestsellerautorin Madeline Miller.

Ziel des Arbeitskreises ist es, Verwandlung nicht nur als narratives Motiv zu verstehen, sondern als Ausgangspunkt für Interpretation, Diskussion und Perspektivwechsel: Welche Konflikte werden sichtbar? Welche Handlungsspielräume haben die Figuren? Inwiefern können diese beiden Mythen auch für heutige Leser:innen relevant sein?

Für den Arbeitskreis sind selbstverständlich keine Lateinkenntnisse notwendig, ich werde die Texte in Übersetzung mitbringen.

 

 

Anna Margarethe Paulik ist seit Mai 2023 Dissertantin und Universitätsprojektassistentin am Institut für Chemische Technologie von Materialen an der technischen Universität Graz. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Entwicklung von Dotierungsstrategie für bleifreie Piezokeramiken, im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „FLAIR – Fermi Level Engineering Applied to Oxide Electroceramics“. Davor hat sie ihr Bachelor- und Masterstudium der Werkstoffwissenschaft an der Montanuniversität Leoben absolviert. Neben der Forschung engagiert sie sich in der Curricularkommission für Doktoratsstudien und Universitätslehrgänge sowie in der Studienvertretung, über die sie unter anderem regelmäßige Handarbeitsworkshops für Doktoratsstudierende organisiert. Anna ist seit 2026 Stipendiatin bei PRO SCIENTIA.