Datum/Zeit
1. September 2026
14:30 - 18:00
Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich
ARBEITSKREIS
Transformation des Krieges
Michael Weilch und Niklas Kapeller
Krieg mit all seinen Facetten ist wieder ins Zentrum öffentlicher Wahrnehmung gerückt. Dabei sind wir allerdings mit einer veränderten Kriegsführung konfrontiert – hoch technologisiert, asymmetrisch und nicht mehr reziprok. Gleichzeitig wird in politischen Debatten mehr denn je das Recht instrumentalisiert, um über die Legitimität von Gewalt zu urteilen. Doch welche Rolle spielt das Humanitäre Völkerrecht tatsächlich? Wer trifft Entscheidungen über Leben und Tod – und auf welcher Basis? In diesem Arbeitskreis möchten wir daher anhand eines Planspiels die juristischen und ethischen Probleme erforschen, die sich in der modernen Kriegsführung ergeben. In Kleingruppen schlüpfen wir in die Rolle von Militärjurist:innen und müssen den Angriffsplan für ein konkretes Szenario beurteilen. Was sind legitime Ziele – und warum? Dabei verändert sich die Situation laufend, denn auch in der Realität sind Informationen nie vollständig. Nach Abschluss des Planspiels wollen wir das Erlebte gemeinsam reflektieren. Hier werden wir nicht nur die rechtliche, sondern vor allem die ethische Dimension ansprechen: Ob, wie und warum wir kriegerische Handlungen als legitim betrachten – Stichwort „Gerechter Krieg“ –, bleibt eine zutiefst moralische und gerade deshalb kontroverse Frage. Der Arbeitskreis setzt kein Vorwissen voraus und richtet sich explizit auch an Nicht-Jurist:innen. Aufgrund der teils emotionsgeladenen Thematik möchten wir darauf hinweisen, dass der Arbeitskreis u.a. die Bereitschaft zur Teilnahme am Planspiel und zu offenen Gesprächen über Gewalt erfordert. Wir bitten zu berücksichtigen, dass dies unter Umständen belastend sein kann.
Mit großem Interesse an interdisziplinären und demokratischen Zusammenhängen ausgestattet, studiert Michael Weilch zurzeit Wirtschaftsrecht und Politikwissenschaft. Dabei steht für ihn immer die Frage im Zentrum: Warum verhalten wir uns als Gesellschaft so? Seine Zukunft sieht er entweder in der Diplomatie oder in der Rechtsprechung. Privat trifft man Michael vor allem beim Tanzen oder bei diversen Tätigkeiten für Vereine und Stiftungen. Er ist seit 2026 PRO SCIENTIA Stipendiat.
Für die Schnittstelle von Geistes- und Sozialwissenschaften brennt auch der zweite Leiter des Arbeitskreises. Im Studium der Philosophie und Internationalen Rechtswissenschaften sucht Niklas Kapeller die Zusammenhänge zwischen Recht, Politik, und Moral in Theorie und Praxis zu ergründen. Wenn nicht damit beschäftigt, genießt er das Zusammensein mit Freunden, stundenlange Diskussion über gleich welche Problematik und das Reisen. Niklas ist seit 2026 PRO SCIENTIA Stipendiat.