WOLFGANG SPRENGEL – Phasenumwandlungen in Materialien

Datum/Zeit
2. September 2026
11:00 - 12:30

Adresse
JUFA Hotel Waldviertel
Hamerlingstraße 8
Raabs an der Thaya
Österreich

Phasenumwandlungen in Materialien – Der Weg zur gezielten Einstellung von Eigenschaften

Wolfgang Sprengel

Die Eigenschaften eines Materials oder eines Werkstoffs hängen nicht nur von seiner chemischen Elementzusammensetzung ab. Entscheidend für viele Eigenschaften ist auch, in welcher Form bzw. in welchen unterschiedlichen Teilzusammensetzungen oder Kristallstrukturen, d.h. Phasen, diese vorliegen. Man spricht hier auch von der Mikrostruktur eines Materials, die sich erst nach einer entsprechenden, meist thermischen Behandlung einstellt. Dieser Mikrostruktur und deren Realisierung liegen Umwandlungsprozesse zugrunde, die bei gezielter Manipulation dann zu unterschiedlichen Eigenschaften oder Eigenschaftskombinationen der Materialien führen, selbst wenn nominell die Gesamtzusammensetzung gleich ist. Diese Umwandlungen oder Transformationen können dabei nicht nur vom Ablauf, sondern auch vom Typ her unterschiedlich sein. Im Vortrag werden die Grundlagen solcher Umwandlungsprozesse (Transformationen) erklärt und durch konkrete Beispiele aus dem Alltag und der aktuellen Forschung zudem weiter veranschaulicht.

 

 

Wolfgang Sprengel studierte Physik an der Universität Münster, Deutschland, und promovierte dort 1993 auf dem Gebiet der Metallphysik. Im Anschluss waren weitere Stationen die Iwate University, Morioka, und die Osaka University, Osaka, beide Japan, und danach die Universität Stuttgart. Im Jahr 2004 erfolgte die Habilitation an der TU Graz mit der Lehrbefugnis Materialphysik. Seit 2011 ist er Associate Professor an der TU Graz und aktuell auch Studiendekan für das NAWI-Graz Masterstudium Advanced Materials Science. Seine Forschung umfasst die Untersuchung atomarer Defekte und Prozesse in strukturell komplexen Materialien, bei denen experimentelle Methoden wie die Positron-Elektron Zerstrahlung und die Dilatometrie zum Einsatz kommen und deren Methodik zum Teil auch entscheidend weiterentwickelt wird.